Königliche Jagdreviere

   
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5. Wissenschaftliche Forschung : 5.1 Indikatoren für die Bestandsgröße

 

Wildzählungen durch automatische Fotoaufnahmen

 

Während der Ablenkfütterung im Winter werden automatische Aufnahmegeräte (Kameras mit Infrarotzelle) in der unmittelbaren Nähe der Fütterungsstellen eingerichtet, um die Bestände an den Futterstellen, insbesondere den Anteil der geweihtragenden Hirsche, einzuschätzen. Die entsprechenden Informationen speisen unter anderem eine Datenbank mit den Beschreibungen der identifizierbaren Tiere. Mit diesem Verfahren kann nachgeprüft werden, ob bereits bekannte und beobachtete Hirsche anwesend sind. Vor allem aber können mit dem Verfahren „verschwundene“ und noch unbekannte Tiere, die fast nur nachtaktiv sind und von denen man bisher nichts oder nur indirekt – zum Beispiel über Abwurfstangen – etwas wusste, entdeckt werden.

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Im Hertogenwald werden fünfzehn Vorrichtungen in den entscheidenden Zeiten für die Identifizierung der Hirsche vorgesehen. 2000 bis 4000 Abzüge sind jährlich für die Identifizierung von 70 bis 120 verschiedenen Hirschen erforderlich.

 

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Cliquer pour agrandirWildzählungen aus der Luft (in Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium) :

Im Hinblick auf die Ermittlung der absoluten Zahl der Tiere in einem bestimmten geographischen Gebiet („Grande fange“ im Naturschutzgebiet des Hohen Venns) konnte das Laboratoire de la Faune sauvage et de Cynégétique (LFSC) mit der Hilfe des Ministeriums für die Landesverteidigung in Form von unbemannten Fluggeräten (UAV) rechnen. Am 22. und 27. April 2005 wurden vom Flugplatz des Militärlagers Elsenborn aus Versuche gestartet. Das Versuchsgebiet umfasste Abschnitte des staatseigenen Naturschutzgeheges des Hohen Venns, des Hertogenwaldes und des Militärlagers Elsenborn.

 

Bildunterschrift : B-Hunter (israelisches Fabrikat), ein vollkommen ferngesteuertes Spionagefluggerät der belgischen Armee, mit Bordkameras, darunter eine Wärmebildkamera für nächtliche Beobachtungsflüge (?80 UAV Sqn).

 

Die Resultate ermöglichten eine gute Erfassung von Hirschen und Wildschweinen im Freiland. Die Zählung mit den UAV erscheint als eine hervorragende Ergänzung zu den üblichen Zählungsverfahren, die in der wallonischen Region angewandt werden.

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Fotounterschrift : Wärmeaufnahmen von Rehen auf der Äsungsfläche (?80 UAV Sqn).

 

Im Vergleich zu den Zählungen zu Fuß und in der Dämmerung (Wildzählungen durch Ansitzen und Abpirschen) ermöglicht die Erfassung aus der Luft ferner,

- eine für das Wild störungsfreie Erfassung;

- den Zugang zu Zonen, die zu Fuß schwer erreichbar sind;

- die Beobachtung der nachts aktiven Tiere außerhalb ihrer Erholungs- und Ruhegebiete, in denen sie meist kaum zu sehen sind. Am selben Abend hat ein Beobachter in einer Zone in der Dämmerung zwei Hirsche beobachtet, während mit dem UAV hundert verschiedene Tiere in den darauffolgenden zwei Stunden gesehen wurden!

 

Im Vergleich zu den Wildzählungen mit Fahrzeugen und Richtscheinwerfern ermöglich die Erfassung aus der Luft,

- den Überblick über ein großes Gebiet und eine Zählung der Tiere innerhalb kurzer Zeit;

- eine störungsfreie Zählung der Tiere;

- den Überblick über Zonen, die selbst mit dem Geländefahrzeug unerreichbar sind, vor allem im Naturschutzgebiet.

 

Aus praktischer Sicht konnte die Frage beantwortet werden, wie viele Hirsche die Grand fange und deren Umgebung frequentieren. Diese Information wird unter anderem bei der Aufstellung der Abschusspläne für den Hirsch berücksichtigt. Es wäre von daher interessant, den Überflug von 2006 zu wiederholen, um sich die Entwicklung des Wildbestandes in dem betreffenden Sektor anzuschauen. Zwecks Beurteilung der Effizienz bzw. zur Bestätigung der Zählmethode mit Scheinwerfern, die im Lager Elsenborn angewandt wurde, wäre es auch von Nutzen, gleichzeitig einen Flug mit UAV zu organisieren.

Bedauerlicherweise sind die UAV erheblichen Einschränkungen unterworfen. Erstens ist alles eine Frag der Verfügbarkeit der Fluggeräte und der Armeedienste, die zu anderen prioritären Aufgaben abberufen werden können. Hätten wir unsere Wildzählungen in die Übungen der Armee nicht eingliedern können, wären die Kosten dieser Operation astronomisch gewesen, nämlich schätzungsweise 2.200 EUR für eine Flugstunde. In unserem Fall handelte es sich um eine echte Zusammenarbeit, weil wir der im Lager Elsenborn stationierten Staffel ein wirkliches Ziel für ihre Manöver boten. Außerdem sind die UAV aus Sicherheitsgründen vom Wetter abhängig. Bei Nebel oder tief hängenden Wolken (über 3 Octa) ist ein sicherer und effizienter Einsatz von UAV nicht möglich.

 

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